#Antilagerkoller 123

Liebe Leser,

schon wieder ist eine Woche vorüber. Die Infektionszahlen schleichen förmlich nach unten und es gibt immer wieder neue Öffnungsdebatten. Gestern öffneten die Grundschulen in Sachsen, anderorts sind sie noch geschlossen. Der Flickenteppich bleibt. Alles zu den neusten Entwicklungen hier im Blog zusammengefasst:

Kostenlose Schnelltests für alle

Jeder Bundesbürger erhält ab 1. März kostenlose Corona-Schnelltests, laut Jens Spahn. Sie sind längst in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes – aber dennoch traut man dem Bundesbürger bisher nicht zu, valide Schnelltests an sich durchzuführen. So einfach sind tiefe Rachen- oder Nasenabstriche an einem selbst eben nicht. In Österreich sind Tests zum Gurgeln und Spucken bereits zugelassen und werden ab März im Fünfer-Pack monatlich an jeden Bürger verteilt. So ähnlich könnte die Regelung auch für Deutschland aussehen.

Nun kommen aber erstmal Schnelltests in den Testzentren oder Apotheken. Die für Zuhause sind zumindest in Aussicht.

Ziel ist es, die hochinfektiösen Corona-Patienten schnell zu identifizieren und somit weniger bis gar keine Super-Spreader-Events entstehen zu lassen. Gewisse Studien weisen darauf hin, dass es zwei Arten von Infizierten gibt: die hochgradig ansteckenden, die mehrere Tausend Aerosolpartikel pro Atemstoß aussenden und die nicht bis wenig ansteckenden Personen. Wenn wir Erstere rechtzeitig identifizieren, dann können wir die Infektionslage unter Kontrolle bringen.

Wer mal ein interessantes Interview mit einem Aerosol-Physiker hören möchte, dem kann ich dieses Morning-Briefing nur ans Herz legen:

Lockdown – wie lange noch?

Angela Merkel war letzte Woche für eine Verlängerung bis zum 14. März, herausgekommen ist eine bis 7. März. Die Angst vor der Mutation aus Südafrika und England bleibt dennoch groß, denn sie hat in unseren Nachbarländern längst die Überhand gewonnen und ist nachweislich auch bei uns unterwegs. Das Gezerre der Landesfürsten mit der Kanzlerin ist groß und wird auch noch eine Weile so bleiben.

Auf folgende Eckpunkt hat man sich immerhin einigen können: Frisöre dürfen nach Infektionslage schon am 1. März öffnen. Das neue Ziel, ab dem der Handel öffnen darf, wird die 35 (Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche). Doch an dieser Marke gibt es Kritik: Ist die 35 die neue 50? Schon lange empfehlen Wissenschaftler eine Abkehr von Corona-Politik, die ausschließlich auf 7-Tages-Inzidenzen beruht. Vielmehr müssten Impfquote, Hotspots und Infektionen in Bevölkerungsgruppen bis hin zum Monitoring von schweren Verläufen und Mutationsausbreitung berücksichtigt werden.

Apropos Hotspots:

Und wie läufts mit dem Impfen?

Inzwischen liegt die Impfquote bei 3,38% in Deutschland, die Geschwindigkeit nimmt langsam zu, immerhinque. Doch es gibt Licht und Schatten: Im Kreis Lippe in NRW sind zahlreiche Impftermine geplatzt, weil die Impfpatienten aufgrund eines Softwarefehlers alle zum gleichen Zeitpunkt im Impfzentrum erschienen.

Im Saarland platzten zahlreiche Impftermine aufgrund der Skepsis gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca. Zuvor war bekannt geworden, dass der Impfstoff bei Personen über 65 nicht genug wirksam sei und größere Nebenwirkungen auslöst, weshalb sich schon zahlreiches Krankenhauspersonal krank melden musste. Die Reaktionen auf den Impfstoff sind zwar normal, aber gute Werbung geht anders.

Grenzschließungen

An der Grenze zu Bayern und Sachsen stauen sich derzeit die LKWs. Aufgrund der Einstufung von Tschechien und Teilen von Tirols als Mutationsgebiet veranlassten die Bundesländer restriktive Grenzkontrollen. Nur noch LKW-Fahrer mit negativem Test oder Bundesbürger dürfen ins Land. Haben wir etwas aus der Grenzschließung zu Großbritannien damals in 2020 gelernt? Eher nicht. Keiner weiß, wer die ganzen Tests für die LKW-Fahrer übernimmt. In den Haushalten hagelt es bald Corona-Schnelltests für jedermann und die LKWs mit unseren Lebensmitteln stauen sich zu 30km an der Grenze – verrückte Welt.

Sonstiges

  • Auch die Niederländischen Gerichte sind der Meinung, dass eine generelle nächtliche Ausgangssperre unrechtmäßig ist und fordert die sofortige Aufhebung.
  • Kinos verbuchten 68% weniger Besucher in 2020 gegenüber dem Vorjahr. Es war ein hartes Jahr für Kinos weltweit. In der Zeit des Winters, wo alle Menschen auf der Straße frieren, macht ein Kino in Magdeburg für Obdachlose auf:
  • Die neue Packstation für Deutschland kommt: Paket- und Briefmarken kaufen, Briefe und Pakete abgeben und Empfangen, inklusive Videoberatung.

Solangsam wird es Zeit die Hürden, die Corona uns aufbürgt, zu überwinden und uns sicher auf die andere Seite zu führen, findet ihr nicht auch?

Machts gut!

Euer pedaa

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