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Jul 19

Test: Amazon’s Alexa und ihr Echo

Guten Tag liebe Leser,

auch ich habe mich anlässlich des großen PrimeDay letzte Woche entschieden, dem Amazon Echo Lautsprecher eine faire Chance zu geben. Kann Alexa – als künstliche Intelligenz – wirklich das, was man erwartet? Wie groß ist der Nutzen? Und brauche ich im Alltag sowas überhaupt. Hierzu der aktuelle Beitrag auf pe-home.de

Unboxing

Der Amazon Echo kommt in einem schönen blauen Karton daher, so groß wie ein Schuhkarton und recht schwer (2kg). In ihm finden sich der Smart-Home Lautsprecher und die dazugehörigen Ladekabel (ein gängiges Amazon-Micro-USB-Ladegerät, wie man es schon von Kindle und Fire TV kennt.

Nach dem ersten Anschließen bootet das Gerät für ein paar Sekunden und schon ertönt eine (angenehme) Frauenstimme, die die nächsten Schritte in der Alexa-App auf dem Smartphone oder Tablet erklärt. In der Alexa-App kämpft man sich erstmal durchs Menu, um den Punkt „Geräte“ in den Einstellungen zu finden. Hier findet sich dann auch der Echo, der sich auf Knopfdruck mit dem Smartphone verbindet (Funktionstaste oben auf dem Lautsprecher). Nun kann man das WLAN des Echo einrichten und ihn im WLAN registrieren (mit Passwort).

Ein erstes Kennenlernen

Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber irgendwie würde man von Alexa spontan „Google-Kompetenz“ verlangen, doch weit gefehlt. Versteht Alexa einen Befehl nicht, macht der Lautsprecher erstmal gar nichts. Doch der Reihe nach:

Durch das Rufwort „Alexa“ bringt man den Echo zum Zuhören – soweit, so gut.

Alexa, wieviel Grad haben wir heute Nacht?

Es funktioniert. Allerdings weiß ich jetzt wie viel Grad es heute Nacht in Karlsruhe hat, danke! Es scheint so, als wäre der ursprüngliche Wohnort voreingestellt. Warum eigentlich? Leider kann Alexa den Wohnort auch nicht automatisch umstellen. Der Weg führt durch die Alexa-App. Tief im Einstellungsmenu des Echo findet sich irgendwo das Feld Standort, das ich fix auf Köln ändere. Das wäre dann wohl erledigt.

Lust auf Musik?

Alexa, spiele Relax Radio von TuneIn

Und zack geht die Musik an, ein Pluspunkt. Leider für meine Zwecke etwas zu leise. „Alexa, lauter“ macht das ganze ein bisschen besser. Ob Alexa auch mein DENON-System steuern kann? Ich glaube, das ist erstmal zuviel verlangt. Der Klang ist insgesamt für einen Bluetooth Lautsprecher ganz ordentlich.

Auch Spotify-Listen lassen sich mit dem Lautsprecher bequem ansteuern und abspielen (Spotify-Connect).

Alexa Skills

Zum Echo gibt es zahlreiche „Skills“ Alexa-Apps zur Aktivierung. In einem Store in der Alexa-App kann man verschiedene Sprachbefehle installieren (aktivieren). Mit dabei stehen dann auch immer Sprachbeispiele. Getestet habe ich beispielsweise die Deutsche Bahn und den brandneuen Skill von TV Spielfilm. Auch Spotify lässt sich mit dem Echo verbinden (nur Premium).

Alexa, was fährt von Köln Trimbornstraße

lieferte leider kein Ergebnis, weil Alexa anscheinend nicht wusste, wo sie die Information herbekommen sollte. Richtig wäre der Befehl gewesen: „Alexa, frag Deutsche Bahn nach Abfahrten von Köln Trimbornstr“. Das funktionierte auch, wie man es dann erwartet. Bei der Suche nach Verbindungen muss man auch wirklich das Wort „Verbindungen“ nennen. Dann liest Alexa auch nur die erste Verbindung vor. Alexa, wann fährt mein Zug nach nirgendwo… liefert also kein Ergebnis – ist also vorerst nicht so wertvoll wie man denken könnte.

Alexa, was läuft heute im Ersten

liefert leider ebenfalls kein Ergebnis. Es wäre wohl „…frag Fernsehprogramm nach aktuellen Sendungen gewesen“. Bei der Suche nach Sendungen im Ersten las Alexa mir einfach alles auf ARD, ZDF und RTL/Sat1/Prosieben vor. wahrscheinlich kennt der Skill „Das Erste“ nicht.

Integration von Kalender (Termine vorlesen) und Erinnern an Termine sowie Wecker stellen funktioniert ohne Probleme. Wenn man Alexa nach einer Gute-Nacht-Geschichte frägt, dann startet der Lautsprecher automatisch Audible und startet das letzte Hörbuch. Für die aktuelle Nachrichtenlage spielt Alexa den Videostream von tagesschau als Audiofile ab – zufriedenstellend.

Zu guter Letzt:

Alexa, wie weit ist es mit dem Fahrrad zum Friesenplatz, Köln?

Und es wartete die erste herbe Enttäuschung auf mich: Alexa kennt den Ort „Friesenplatz, Köln“ nicht und hofft, das noch irgendwann zu lernen.

Fazit

Insgesamt ist der Echo eine gute Idee und der erste richtig gute Prototyp. Leider sind die Skills teils noch nicht ausgereift. Und ob ich jetzt Alexa oder die Google App frage, macht jetzt auch nicht den Unterschied. Und Google kann leider mehr. Ich finde Alexa sympatischer. Sie hat eine schöne Stimme und spricht klar und deutlich. Allerdings fehlen mir einige Dinge, die ich von einem intelligenten Lautsprecher erwarte. Zumal der Wehrmutstropfen bleibt, dass das Ding alles mit hört, was sich in der Wohnung tut – diese Tatsache muss man allerdings ausklammern, denn sonst kauft man sich keinen Smart-Home Lautsprecher.

Von Google-Kompetenz leider noch weit entfernt, aber es war insgesamt ein guter Anfang.

Alexa, du bist ein teures Spielzeug.

Alexa, ich bin weg.

Bis bald!

 

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