#Antilagerkoller 118

Liebe Leser,

wir befinden uns nach wie vor mitten im Lockdown und haben uns im Homeoffice eingerichtet. Nach der Verlängerung des Lockdowns zum 11. Januar, die mehr als absehbar war, gibt es eigentlich nichts Neues mehr. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin ziehen an einem Strang. Oder doch nicht?

Neue Hotspot-Regelung

In der Beschlussvorlage von Bund und Ländern ist neben den Ladenschließungen die Corona-Leine fester Bestandteil. Ab 200 Infektionen pro 100k Einwohner dürfen sich die Bürger nur noch 15km von ihrem Wohnort entfernen heißt es pauschal. Doch die Bundesländer tun sich mit der Regelung schwer. BW will die Regel derzeit nicht einführen. NRW will bedarfsweise auf lokale Ausbrücke reagieren und die Maßnahme einzeln verhängen. In NRW gilt ab dem Wochenende im Oberbergischen Kreis eine nächtliche Ausgangssperre, sowie seit Dienstag die 15km-Regel. Andere Bundesländer haben die 15km-Regel unverändert umgesetzt.

Übrigens werden die 15km nicht ab dem Wohnort gemessen, sondern ab der Kreisgrenze. Das ist mehr eine Rodelausflugssperre als alles andere.

Die ZEIT hat sich da nicht lumpen lassen und mal ein Tool gebaut: Kölner dürfen also weiter nach Bonn und nach Düsseldorf Süd. 😮

Kreative Lösungen gibt’s auch aus Quebec:

Maskenpflicht

In Bayern gilt ab Montag eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im ÖPNV. Anscheinend gibt’s genug. Und in Bayern wird man sich da ja leisten können, oder?

In Mallorca funktioniert das anders:

Impfstoff knapp

Vor gut eineinhalb Wochen sind die Impfungen in Deutschland gestartet. Doch es gibt nicht genug Impfstoff! Deutschland hat im Rahmen der europ. Ratspräsidentschaft 2020 bei sehr vielen Anbietern Impfstoff bestellt und damit breit gestreut. Doch in der absoluten Anzahl sind es zu wenig Impfstoffdosen, um die Impfzentren zu eröffnen.

Derzeit erfolgt die Impfung in Altenheimen und beim medizinischen Personal. 80-Jährige können sich via Telefon-Hotline melden und Impftermine vereinbaren. Doch das Chaos ist groß: Die Hotline ist überlastet und es ist noch nicht einmal garantiert, dass man einen Termin im nächsten Zentrum bekommt. Stattdessen kann es sein, dass man einige Kilometer zum zweitnächsten Zentrum zurücklegen muss, weil dort noch Termine verfügbar sind. Ob das mit der 15km-Regel vereinbar ist?

Ein weiteres Problem ist die zweite Dosis. Derzeit muss ein großer Bruchteil der Impfstoffe für die zweite Impfung zurückgehalten werden, weil man sich nicht sicher sein kann, ob man in zwei Wochen denn immer noch genug Impfstoff zur Verfügung hat. Bleibt zu hoffen, dass mit der Zeit mehr Impfstoff zur Verfügung steht und weitere Zulassungen erfolgen können. Es könnte dennoch so einfach sein…


#Perspektive

Laut einem Expertengremium auf Bundesebene werden wir aus dem Lockdown nicht so schnell herauskommen. Angela Merkel spricht von noch 8-10 Wochen Lockdown bis sich die Lage entspannt habe, insbesondere hinsichtlich der sich stark ausbreitenden Mutationen aus GB. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung zerstreute sämtliche Hoffnungen auf einen Urlaub in den Osterferien – von Skifahren an Karneval ganz zu schweigen.

Frühestens Pfingsten ist wieder normaler Urlaub möglich.

Unterdessen hat das Pharma-Unternehmen AstraZeneca (UK) bei der EMA den Zulassungsantrag gestellt. Die Behörde will in zwei Wochen über die Impfstoffzulassung entscheiden.


Wirtschaft

  • Die Modemarke Adler hat Insolvenz angemeldet. Man will das Unternehmen sanieren und sei zu diesem Schritt durch den zweiten Lockdown gezwungen gewesen, heißt es aus der Unternehmenszentrale. Schon 2019 war Adler in den roten Zahlen, Anfang 2020 ging es zunächst bergauf, ein Kredit sicherte die Existenz im zweiten Lockdown.
  • Die Politik fordert Arbeitgeber erneut dazu auf Homeoffice zu ermöglichen, sonst drohe ein Homeoffice-Gebot. Es müssen weitere Kontakte reduziert werden. Die FDP fordert einheitliche Regeln fürs Homeoffice.
  • Die Diskussion zur Reservierungspflicht in deutschen Zügen verhallte abermals im Nichts. Wenn ich bedenke, was man alles an Regeln im Bahnverkehr ändern müsste und welche Abokunden man informieren müsste, von IT-Umstellungen ganz zu schweigen, würde ich hier auch mit 2-4 Wochen Vorlaufzeit rechnen.
  • In Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen war das Abholen von bezahlten Bestellungen aus dem Netz bislang untersagt. Doch die Landesregierung hat nun eingelenkt. Die Abholung von Click&Collect-Bestellungen ist nun wie in den anderen Bundesländern möglich. Ob es den Läden hilft ist fraglich, denn das lukrative Weihnachtsgeschäft ist vorbei. Die Zwangsschließung hat potentielle Kunden ins eCommerce-Geschäft gedrängt, die jetzt auch nicht wieder zurückkommen.
  • Das Jahr 2020 hat dem PC-Markt zum stärksten Wachstum seit 10 Jahren verholfen (laut Analysefirma IDC 13 Prozent). Am meisten wuchs die Anzahl der verkauften Apple Macs (28 Prozent).

Der Lockdown wird uns noch etwas länger begleiten und das ist auch gut so.

Ich wünsche euch eine geruhsame Woche! Bleibt zuversichtlich.

Euer pedaa

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