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Mrz 17

Rachels Hochzeit

Ein bisschen Recherche heute morgen rief tiefes Entsetzen in mir hervor: Die meisten Filmportale bewerteten diesen Film mit 7/10 Punkten aufwärts. Nie hatte ich einen schlechteren Sneak Film gesehen als gestern: Rachels Hochzeit, ein Film über einen kurzen Lebensabschnitt von Kimberly, die gerade einen Entzug durchmacht, zur Feier der Hochzeit ihrer Schwester aber zu ihren Eltern fahren darf. Dort angekommen bekommt man von den Vorbereitungen für Rachels Hochzeit jedes Detail mit. Nicht nur, dass jeder der großen Familie eine Rede halten muss beim großen Familienessen, die man fast alle mitverfolgen darf, nein man bekommt auch die tiefgründigen Sachen mit (und damit meine ich nicht, den Wettbewerb zwischen dem Vater und Rachels Verlobten, wer denn besser Spülmaschine einräumen kann). So auch die Streitereien der zwei Schwestern die sich im Laufe der Vorbereitungen immer schlechter verstehen über ihre vergangene Kindheit. Kim bekommt sich schließlich mit allen Familienmitgliedern in die Haare. Erst als es ihr wirklich dreckig geht  beginnt sich ihre Schwester ihr wieder anzunehmen. Ein bisschen Harmonie entsteht. Nach der Hochzeit endet der Film.

Die große Langeweile ist ausgebrochen: Der Lebensabschnitt, der durch den Film beschrieben wird, ist viel zu kurz, sodass der Film unnötig aufgebläht werden muss, um doch 116 Minuten zu füllen. Spätestens nach 45 Minuten war ich der Meinung: „So, jetzt würde ich spätestens umschalten, wenn ich daheim vor meinem Fernseher säße.“ Erschreckend, es passierte nichts. Ich wartete und wartete, in der Hoffnung, Kim oder Rachel würden eine Bombe platzen lassen, die die Handlung interessant werden ließe. Doch stattdesse erfährt man von Rachels Nachwuchs, ständig wird auf vergangenen Geschichten herumgeritten, keiner versteht Kim – sie wird mehr und mehr zum schwarzen Schaaf der Familie. Die Reden der Verwandten zu Rachels Hochzeit lassen nicht gerade tief blicken, sie sind genauso langweilig wie im richtigen Leben; mit dem einzigen Unterschied, dass man auf einer richtigen Hochzeit die Leute kennt und evtl. wüsste wovon diese Reden. Hier wirkten die aneinandergehängten Reden der Verwandten nur ätzend und langweilig. Sogar, als Kim einen Autounfall baute (aus Verzweiflung), passierte nichts! Sie wurde fast genauso empfangen wie sie gegangen war.

Der Film ist viel zu lang und bietet zu wenig Handlung für 116 Minuten und ist damit sehr sehr langatmig. Auf lustige, spannende Szenen wartet man vergeblich. Einfach nur: langweilig (5,0)

1 Kommentar

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  1. rck

    Es entsteht langsam wieder Harmonie? Damit bewahrheitet sich nur, was Kym die ganze Zeit denkt: Rachel interessiert sich (positiv) nur für ihre Schwester, wenn die in der Entzugsklinik ist oder eine „Krise“ hat.

    Die Idee hinter dem Drehbuch ist es aber wirklich wert, dass man drüber nachdenkt. Eine Familie zerbricht durch die Drogensucht einer Person völlig (das ist alles nicht mehr normal, wie die miteinander umgehen, aber was ist schon normal?). Im Endeffekt sind alle nur ruhig, solange Kym in ihrer Rolle als Junkie steckt und so Aufmerksamkeit von genau einer bestimmten Art bekommt – mitleidig und helfend. Sobald sie versucht, davon loszukommen und aus der Rolle auszubrechen, sind alle verwirrt, wie sie reagieren sollen und stoßen sie vor den Kopf. Kym reagiert dann automatisch mit Provokation – die alte Situation wird so wiederhergestellt.
    Ich stimme dir aber zu: Der Film hatte ein paar kleine Spannungsspitzen, ansonsten aber mehr als nur Längen. Ist halt ein Problem, wenn man als Regisseur erpicht darauf ist, einen möglichst naturnahen, dokumentarischen Stil zu verwenden. Was genervt hat (wahrscheinlich mit Absicht), war diese Fidelei die ganze Zeit. Das passt aber dazu, dass alle Hochzeitsgäste so bemüht fröhlich („wir sehen keine Probleme“) waren und alles überspielt haben.

    Letztenendes wohl kein Unterhaltungsfilm, aber mit hochkarätigem Personal (Hathaway für Hauptrolle Oscar-nominiert und der Regisseur hat schon mal einen Oscar bekommen – „Schweigen der Lämmer“).
    Note: 2 bis 3 (Thema: top, Abwertung wegen Umsetzung)

  1. Filmkritik: Rachels Hochzeit (Rachel Getting Married) « Kreativrauschen

    […] Weitere Meinungen zu Rachels Hochzeit „Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir persönlich der Film gefallen hat und ich aufgrund der guten schauspielerischen Leistung und der sehr realistisch wirkenden Machart drei Sterne (eher mit Tendenz zu vier als zu zwei) vergeben habe, dieser Film aber selbst für Drama-Freunde ein harter Brocken sein wird, passiert in ihm doch herzlich wenig. Ein wenig mehr Spannung oder Abwechslung hätte dem sehr langwierigen Film zweifelsfrei gut getan.“ (flimmerBLOG) „Eine personalisierte Kameraführung, die eigentlich nur nervt, ellenlange Tischgespräche, irgendwelche fidelnden Musiker, die von Folkore bis hin zum Clubbanger alles spielen, Putzszenen, null Spannung, keine Action, nichts. Man schläft vorher ein, bevor man den Film überhaupt verstehen kann. Bitte nicht ansehen.“ (fairbloggt.de) „“Rachels Hochzeit” hat durchaus seine guten Momente und behandelt ein interessantes Thema, kann aber nur durch die schauspielerische Leistung von Hathaway überzeugen.“ (filmkritikerin.de) „Der Film ist viel zu lang und bietet zu wenig Handlung für 116 Minuten und ist damit sehr sehr langatmig. Auf lustige, spannende Szenen wartet man vergeblich. Einfach nur: langweilig (5,0)“ (pedaa) […]

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