#Antilagerkoller 101 – Demonstranten drehen durch

Guten Abend liebe Blog-Leser,

letzte Woche war man noch erleichtert, als die großangelegte Demonstration mit Millionentausend Teilnehmern (so wie immer) verboten wurde. Doch es kam dann doch anders. Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut. Deswegen hat ein Berliner Gericht das Verbot gekippt und am Samstag versammelten sich schließlich alle auf den Straßen: Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner, Ultrarechte, Fremdenfeindliche, Reichsbürger, militante Heilpraktiker usw. Weil wie erwartet die Abstände und die Maskenpflicht missachtet wurden, kam es schließlich zum Abbruch der Demonstration. Doch damit nicht genug…

Demonstranten stürmen den Reichstag

Ein paar Demonstranten stürmten, angeheizt von einer verrückten Heilpraktikerin den Reichstag.

Mit Reichsflaggen in der Hand durchbrachen sie die Sicherheitsbarrieren und kamen bis zum Besuchereingang, an dem sie von drei wackeren Polizisten (davon einer ohne Helm – diese Information war so wichtig, dass sie ständig in den Medien erwähnt wurde) aufgehalten wurden bis die Verstärkung eingetroffen ist.

Reichsflaggen am Bundestag, das sind beschämende Bilder

Frank-Walter Steinmeier

Gut, dass die Verrückten nicht in die Halle gekommen sind. Es folgten Debatten um die Stationierung der Berliner Polizei am Demo-Tag und noch größere Sicherheitsbarrieren im Bundestag bis hin zur Sperrung für Besucher, die zahlreiche Politiker dann ablehnten. Die heute show titelt treffend:

Christian Drosten ist wieder da

Insgesamt war es diese Woche recht ruhig rund um das Virus. Vielleicht liegt es daran, dass der Virologe Christian Drosten seinen Podcast wiederbelebt hat.

Ganze 104 Minuten geht die neue Podcast-Folge. Kein Wunder, dass es ein bisschen ruhiger im Coronavirus-Newsblog geworden ist. Es wurde aber auch Zeit:

Was war sonst noch los?

  • Gesundheitsminister Spahn war zuletzt auf Wahlkampf-Tour in zahlreichen Städten, auch in NRW. Dort begegnete er unter anderem immer wieder zahlreichen Wutbürgern, die Hass auf ihn und die Corona-Politik schürten und ihn sogar bespuckten. Man könnte meinen, er hätte diese Viruskrise verbrochen. Jetzt macht er sich für eine einheitliche Regelung für die Rückkehr von Fans ins Stadion stark. Ob ihm das mehr Fans einbringt?
  • In dem überfüllten Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos gibt es den ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Es wird versucht, alle möglichen Kontakte zu isolieren. Das Lager ist allerdings so voll, dass eine Katastrophe droht.
  • Einer Umfrage zufolge will jeder zweite Deutsche die Warn-App nicht installieren. Gründe sind immer noch Datenschutzbedenken (circa 30 Prozent), Einschränkung der Selbstbestimmung und der Glaube, dass man keinen eigenen Nutzen aus der App hätte. Wer hat eigentlich so viele skeptische Menschen aufgezogen, die sich sämtlichen technischen Innovationen gegenüber unaufgeschlossen zeigen? Ihr könnt nur gewinnen!
  • Das auswärtige Amt erklärte eine weitere Region Kroatiens und die Kanaren zum Risikogebiet. Herbsturlauber haben das Nachsehen. Die aktuelle Regelung der Bundesregierung bestraft Urlauber, die bewusst ins Risikogebiet reisen. Von den zahlreichen Reiseveranstaltern und Reisebüros werden wohl nicht viele überleben, obwohl die Justizministerin die Insolvenzantragspflicht für weitere Monate ausgesetzt hat.
  • Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft besser als geplant erholen wird und korrigiert seine Wachstumsprognose nach oben. Die Talsohle sei durchschritten heißt es aus den Kreisen. Markus Söder warnt hingegen weiterhin vor dem Virus und widerspricht dem Wirtschaftsminister entschieden.
  • Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen Briefwahl-Boom: Die Stadt Köln meldet 200.000 Anträge auf Briefwahl zur Kommunalwahl. Vielleicht muss man doch irgendwann über eine digitale Stimmabgabe nachdenken?

Out of the Box

Das Coronavirus fordert uns heraus, in vielerlei Hinsichten. Es ist die Zeit für Out-of-the-Box-Denken. Wie das geht?


Ich wünsche euch einen guten Ausklang aus der Woche, man liest sich.

Euer pedaa

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