#Antilagerkoller 64

Liebe Leute,

nach einem langen Wochenende melde ich mich zurück. 2,2 Prozent schmilzt das BIP im 1. Quartal dank Corona – so war es heute morgen auf zahlreichen Tickern zu lesen. Doch wie kurbeln wir die Wirtschaft wieder an? Es ist schon in aller Munde, doch es weiß keiner wie es aussehen soll (außer vielleicht einer): Ein Konjunkturprogramm muss her! Aber was genau? Abwracken oder doch Vor-Ort-Einkaufen? Kinderprämien oder Restaurantprämien? Kitaöffnungen, unvorstellbar!

Die Nachrichten vom Freitag, dem Wochenende und des heutigen Montags:

Nachrichtenüberblick

  • Die drei Wirtschaftsweisen haben Ratschläge für die Bundesregierung vorgelegt, wie die Wirtschaft wieder in Gang kommen kann. Die Neuwagenprämie wird abgelehnt. Dafür machen sie sich für den Ausbau der Netze und der Infrastruktur, den Ausbau des Gesundheitssystems und nicht zuletzt für die Senkung der EEG-Umlage stark. Klingt vernünftig.
  • Die Deutsche Bahn warnt künftig via App (und die Webseite) vor vollen Zügen – schon ab 50% Auslastung wird der Fahrgast gewarnt. Ab einem gewissen Schwellenwert soll die Buchung blockiert werden – aber wer fährt eigentlich noch mit? Sobald die Pünktlichkeit wieder in den Keller geht, wissen wir, dass wieder mehr Menschen mit der Bahn unterwegs sind. Eine Reservierungspflicht wie in Frankreich gibt es in Deutschland nach wie vor nicht. Dort ist bei 50% Auslastung des Zuges Buchungsschluss.
  • Der Wearable-Gigant FitBit, der inzwischen zum Google-Universum gehört, hat eine Covid-19-Studie gestartet. Konkret geht es darum, ob die Krankheit in ihrem Frühstadium über die Sensoren am Handgelenk hätte erkannt werden können. Im Erfolgsfall, wären Wearables in Kombination mit anderen Apps sicherlich hilfreich bei der Bekämpfung künftiger Pandemien
  • Sachsen und Thüringen kündigen weitere Corona-Lockerungen an und ernten Kritik aus allen Richtungen. Merkel wirbt für eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen über den 5. Juni hinaus. Bodo Ramelow (MdL Thüringen) möchte alle Corona-Maßnahmen einstampfen – heißt es in der Presse lapidar. So richtig gemeint hat er das auch nicht. Ein deutsch-politischer Presse-Hick-Hack der Extraklasse.
  • Einer Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt zufolge, sollen die Kontaktbeschränkungen für Deutschland um einen weiteren Monat bis zum 5. Juli verlängert werden. Ein paar Lockerungen gibt es allerdings.
    • Mindestabstand in der Öffentlichkeit und Tragen von MNS
    • Maßnahmen nur noch nach Infektionszahlen im jeweiligen Kreis
    • Treffen außerhalb bis 10 Personen (oder zwei Haushalte)
  • Ist es nicht toll? Eurowings fliegt wieder nach Sardinien! Es startete der erste Premierenflug nach der Krise mit zwei Passagieren und… er musste wieder umkehren und in Düsseldorf landen, denn der Flughafen in Sardinien waren wegen Corona noch gesperrt. Gehen Sie direkt zum Start zurück, gehen Sie nicht über Los und kassieren Sie Staatshilfe für unnötige Flüge zu gesperrten Flughäfen. Bald auch vom BER.
  • Der Solidaritätszuschlag soll nun schon früher abgeschafft werden: Er soll Teil des Kojunkturprogramms des Bundes werden, das im Juli startet. 90% der Steuerzahler müssen künftig keinen Soli mehr bezahlen.

Protest gegen zu wenig abgesenkte Märchensteuer

Die Aktion ist teil einer Protestaktion gegen die Absenkung der MwSt. nur für Speisen im Rahmen der Corona-Unterstützung. Restaurants stehen nach harten drei Monaten Lockdown teilweise vor dem Aus. Über die MwSt.-Senkung von 19% auf 7% für Speisen, an denen sowieso nur wenig verdient wurde, will der Bund Restaurants unterstützen. Auf lukrative Getränke, die den ganzen Abend immer wieder bestellt werden, wobei ja heutzutage an lockeres Zusammensitzen im Restaurant nicht zu denken ist, ist nach wie vor der hohe MwSt.-Satz fällig. Ein Restaurant am Timmendorfer Strand treibt es jetzt auf die Spitze: 26€ für eine Packung Erdnüsse – dazu gibt’s zwei Aperol Spritz gratis. Mut macht erfinderisch, aber kann das die Lösung sein?


Dann genießen wir mal unsere Erdnüsse aus dem heimischen Vorratsschrank und gehen gemeinsam in den Feierabend.

Bis bald!

Euer pedaa

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