«

»

Okt 31

Hardwaretest Logitech Harmony 600

Die Logitech Harmony 600 verspricht viel und hält die meisten dieser Versprechungen. Mit ihr lassen sich bis zu 5 Geräte im Heimkino gleichzeitig fernsteuern.

Mithilfe der mitgelieferten Software lässt sich die Fernbedienung programmieren. Das Besondere: Damit man hier nicht so viel Zeit aufwenden muss, liefert Logitech online eine sehr große Gerätedatenbank, in der man nur noch sein Gerät auswählen muss und anschließend sollten dann die Harmony die meisten Befehle schon kennen. Die Meisten! Beim täglichen Fernsehvergnügen bemerkt man einige Fehler in der Datenbank, einige Tasten, die fehlen und die man nachkonfigurieren muss. Wie das geht?

Praktisch: Die Fernbedienung besitzt unten eine Infrarot-Lesegerät. Über das interaktive Menü der Software lassen kinderleicht Befehle in die Datenbank übertragen.

Im oberen Teil der Fernbedienung befindet sich ein Display, auf dem sich benutzerdefinierte Befehle, die in der Datenbank fehlen oder für die keine Taste mehr frei ist, ablegen. Sobald die ersten 4 Multifunktionstasten im Display belegt sind, wechselt man einfach in den nächsten 4er-Block. Das heißt, es lassen sich mehr als 4 Tasten programmieren.

Auch möglich sind Befehlssequenzen: Das heißt sowas wie „Fernseher ein, Stereoanlage ein und auf AUX, Player an, richtigen Eingang am Fernseher wählen.“ Ein wenig nervig: Diverse Fernseher brauchen beim Starten einfach zu lange bis sie den nächsten Befehl „Eingang wählen“ akzeptieren. Auch dies lässt sich zwar in der Software einstellen, die Fehlerbehebung hat eigentlich nur wenig Lücken und scheint für alles eine Lösung zu haben, jedoch habe ich es noch nicht geschafft, dass immer der richtige Eingang gewählt wird. Mal funktionierts mal nicht.

Gut, und wenn man doch mal zu Faul ist per Hand den richtigen Eingang zu wählen drückt man eben die Taste „Help“: Es wird ein Assistent auf dem Display gestartet nachdem nochmal die Infrarotbefehle weggeschickt worden sind. Der Assistent stellt dann Fragen zu Geräten:

  • Ist jenes Gerät eingeschaltet?
  • Ist der richtige Eingang gewählt?
  • Ist er jetzt gewählt?
  • Wurde das Problem behoben

Über die Knöpfe am Display lässt sich dann der Assistent bedienen.

Das Gerät bietet verschiedene Aufgaben an, die programmiert werden können oder man erstellt eben eigene. Was das ist? Beispiel: Beispielsweise will man während der Filmwiedergabe die Lautstärke an der Stereoanlage regeln durch das Steuerkreuz will man sich aber möglichst gleichzeitig fließend durch das BD/DVD-Menü klicken. Ein wechseln des Geräts nach jedem Befehl wäre ziemlich mühsam. Deswegen gibt es diese Aufgaben, die gleich die richtigen Geräte zur „DVD/BD-Wiedergabe“ starten und die entsprechenden Infrarot-Befehle auf die Tasten legen.

Auch das wechseln zwischen Aufgaben funktioniert einwandfrei. Wechselt man hingegen dazwischen ins Gerätemenü, wenn zum Beispiel eine Funktion fehlt und schaltet ein einzelnes Gerät aus, kommt die Harmony vollkommen durcheinander. Es scheitert hier logischerweise an Schaltsignalen: Bei neuen Geräten sind die Ein/Aus-Taste auf das gleiche Infrarot-Signal gesetzt. Selbst der Knopf „All off“ schafft es nicht, alle Geräte auszuschalten. Nur durch die Taste Help bekommt man dann alle Geräte aus.

Es lassen sich also entweder Aufgaben mit benutzerspezifischen Tasten erstellen, wenn man damit arbeiten möchte, oder man kann per Knopfdruck zwischen den Geräten wechseln und in diesen Menüs nur das Gerät fernsteuern, das gerade auf dem Display zu sehen ist.

Das Konzept der Harmony überzeugt vollkommen. Die wenigen kleinen Patzer lassen sich verzeihen.

Einziges Manko: Die Bedienung der Software richtet sich an den „DAU“ (dümmsten anzunehmenden User), mal davon abgesehen, dass zum Programmieren immer eine Internetverbindung benötigt wird. Das Programm startet nämlich nur eine Art „Browserfenster“, alle Buttons und Co. werden aus dem Internet geladen. Zwischengespeichert wird alles in einem eigens erstellen Logitech-Account (den man eben auch erst mit Angabe einiger persönlicher Daten wie der E-Mail-Adresse erstellen muss). Die Software selbst bietet sehr viele Interaktive Menüs, die aber noch etwas Feinschliff erfordern. So kommt man aus manchen Menüs nicht mehr heraus, weil man den Button „Fertig“, der auf einmal den Button „Zurück“ ersetzt schlichtweg übersieht. Mal davon abgesehen lässt sich per „Zurück-Taste“ der Maus wie in einem Browser navigieren, was das Programm nicht wirklich gut verkraftet.

Das Programm scheint gedacht zu sein für Menschen, die sich gerne durch die Gegend klicken, viel klicken. Eine schnelle Programmierung ist demnach meiner Meinung nach nicht möglich. So muss man beim Löschen eines Benutzerdefinierten Befehls aus dem Display alles nachfolgenden Befehle von Hand per Klick auf den Pfeil nach oben nachschieben. Bei lahmer Internetverbindung hat man eh schon verloren.

Problematisch auch, dass neue hinzugefügte Befehle erst im Gerätemenü der Software einprogrammiert werden müssen und dann in jeder „Wiedergabe-Aufgabe“ eingetragen werden müssen. Globale Einstellungen sucht man vergebens.

Fazit:

Die Logitech Harmony 600 überzeugt durch ihr Gesamtkonzept. Es ersetzt bis zu 5 Fernbedienungen, liegt gut in Hand und ist durchdacht. Die Möglichkeit ganze Aufgaben und Sequenzen zu definieren ist genial. Auch die Datenbank mit den Befehlen erleichtert einiges an Programmierarbeit.

Leider einige Patzer in der Software. Wer die Fernbedienung aber professionell programmieren will, muss mehr Zeit investieren, als man anfangs denken würde.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: