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Sep 12

IFA – Bericht: Teil 2 – 3D-TV

3D-TV war eigentlich der größte Trend der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin. Fast jeder große Hersteller mietete große Messehallen, um unzählige Fernseher und Fernsehserien vorzustellen. Wir testeten überall den 3D-Effekt und waren mal überzeugt, man nicht. Insgesamt gibt es zwei gängige Techniken ein 3D-Bild zu realisieren:

  • Shutter: SAMSUNG setzt durch die Bank auf die so genannte Shutter-Technik. Mithilfe einer speziellen Shutter-Brille, die drahtlos mit dem Fernseher verbunden ist, werden Bilder für das rechte und linke Auge synchronisiert. Die Brille macht abwechselnd ein Auge blind und gewährleistet so, dass jeweils das richtige Bild ins richtige Auge gelangt. Diese Technik ist nicht neu, sie gibt es seit mehr als einem Jahr. Einzig die Übertragungstechnik ist neu: Zuvor setzte man bei der Synchronisierung auf Infrarot, um die Brille anzusteuern. SAMSUNG stellte auf der IFA Brillen vor, die deutlich leichter waren als ihre Vorgänger mit Infrarot. Sie sind jetzt per WLAN mit dem Fernseher verbunden. Voraussetzung bei solchen Vernetzungstechniken (auch bei Fernbedienungslösungen von Fernsehern mit dem Smartphone) ist immer ein bestehende kabelloses Netzwerk. Wer noch kein WLAN-Netzwerk besitzt, guckt in den Mond… Das Problem bei dieser Technik sind die Kosten für die entsprechenden Brillen. Da hier viel Technik verbaut ist und sie zum TV-Gerät passen müssen, hat man bei einer Einladung von Freunden zum heimischen Kino-Abend in 3D das Nachsehen und muss hierfür tief in die Tasche greifen, denn die Brillen kosten 50-150€ pro Stück.
  •  Polarisation: Diese „billige“ Technik kennt man (ebenso wie die eher seltene Shutter-Technik) aus dem meisten Kinos, die 3D-Filme anbieten. In der Brille befinden sich zwei Polarisationsfilter (Folien), durch die sich Bilder für das rechte wie das linke Auge trennen lassen. Die Bildsignale sind zirkular polarisiert, man kann den Kopf zur Seite neigen und der 3D-Effekt geht nicht verloren. Der Vorteil dieser Technik liegt klar auf der Hand: Die Brillen sind in Massen billig produzierbar und unterscheiden sich aufgrund von nicht verbauter Technik quasi nicht voneinander. Für unter 10€ sind sie zu haben. Auf Polarisationstechnik setzt beispielsweise der Hersteller LG. Auf der IFA zeigte sich das Bild jedoch sehr hektisch und unangenehm, aber das ist Geschmackssache.

Man sollte sich sehr gut überlegen, auf welche der beiden Techniken und damit auf welchen Hersteller man setzt. Shutter-Technik liefert ein angenehmeres schärferes 3D-Bild, Polarisation liefert ein helleres.

Schlichtweg die Neuerung auf der IFA waren neues Techniken, um den 3D-Effekt zu erzeugen. Autostereoskopische Displays sind die Lösung dafür 3D-Bilder ohne Bille für jeden zu erzeugen. Bisheriges Problem war bisher nur, dass dieser Effekt nur für einen Zuschauer erzeugt werden konnte. Der Zuschauer musste außerdem eine feste Position vor dem Display annehmen, drehte er den Kopf ging der 3D-Effekt verloren. Diese Techniken sind derzeit bei Smartphone wie dem LG Optimus 3D und dem HTC Evo 3D sowie der Nintendo 3Ds verbaut.

Auf der IFA konnte man die ersten stereoskopischen Displays für mehrere Personen bewundern. Leider auch mit dem Problem, dass man nur an gewissen Positionen im Raum, den 3D-Effekt sehen konnte. Ziemlich ungeeignet fürs heimische Fernsehvergnügen auf der Couch, auf der man sich gern mal einmummelt! Die Lösung für dieses Problem stellte als allererster Hersteller TOSHIBA vor. Auf der IFA stellte der Hersteller Fernseher vor, die bis zu 8 stereoskopische Bilder erzeugen deren Positionen sich im Raum beliebig anordnen lassen. Hinzu verfolgen die Geräte die Position des Kopfes in einem kleinen Radius (ca 2cm) und justieren das Bild gegebenenfalls nach.

Eine sehr überzeugende Vorstellung insgesamt! Die Zukunft sieht – da waren wir uns einig – genau so aus. 3D-Fernsehen ohne Brille, ohne Kompromisse. TOSHIBA stellte die Technik in einer Demo, für die man sich anstellen musste, jedem interessierten Zuschauer vor. Dazu nahm man in einem kleinen Raum mit einer Couch und dem besagten 3D-TV Platz. Das 3D-Bild ohne Brille überzeugte, obwohl die räumliche Tiefenwirkung nicht an die der Shutter-Technik herankam. Das Nachjustieren des Bildes bei Kopfbewegungen nach links und rechts nahm man zwar spürbar wahr, aber es ging flott und war verkraftbar. Nur wenn man sich mit dem Kopf aus dem doch kleinen Radius hinausbewegte (z. B. zum Kopf des Nebenmanns) ging das 3D-Bild verloren – Technik ist also nichts für Kuschler 😀 – Spaß beiseite…

An manchen Stellen muss man zwar noch nacharbeiten, aber TOSHIBA geht in die richtige Richtung…

Fazit:

Der Trends sind ganz klar zu erkennen: Erstmal werden bald alle Fernseher mit 3D-Technik ausgerüstet sein, ob es Inhalte gibt oder nicht (bisher gibt es nur einzelne 3D-BluRays, sehr wenige TV-Übertragungen über Pay-TV-Kanäle). Der nächste Schritt geht in Richtung 3D-TV ohne Brille, aber das wird sich wohl eher mittelfristig durchsetzen. Es dauert noch eine ganze Weile bis diese Technik marktfähig ist.

Wer sich jetzt schon für einen 3D-Fernseher entscheidet ist mit der alten hergebrachten Shutter- oder Polarisations-Technik gut beraten. Jedem das, was ihm gefällt. Vielleicht achtet man beim Fernsehkauf ja auch noch auf andere Dinge als den 3D-Effekt, z. B. auf die Unterstützung von SmartTV

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