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Okt 31

Wie die Bahn auf Kundenfang geht…

Liebe Leser,

es tut sich viel bei der Bahn. Ich werde förmlich mit Gutscheinen und Sparpreisen bombadiert, weshalb sich meine Bahncard 50 gerade jetzt nicht lohnt – für Bestandskunden wird nämlich recht wenig getan.

Wie die Bahn auf Kundenfang geht – was sie einführt, was sie abschafft und was sich für Fahrgäste verändert

Seit diesem Jahr ist die Bahn auf den Trichter gekommen: Die Kunden laufen davon. Die große Konkurrenz der Fernbusse zwingt die Bahn, neue Wege zu gehen. So bot man im Sommer den billigsten Sparpreis aller Zeiten an. Mehrere Millionen von Tickets für 19€ zusätzlich zu den üblichen Sparpreisen, die immer ab 3 Monaten vor dem Antritt der Reise buchbar sind. Und das Angebot kam gut an. Zusätzlich gab es mit der Bahncard 25 Rabatt, sodass eine Fahrt durch ganz Deutschland mit 14,25€ zu buche schlug. Diese Aktion wird aktuell, seit 29.10.15 für knapp zwei Monate wiederholt. Das Angebot gilt leider nur für den Fernverkehr, als von Fernverkehrsbahnhof zu Fernverkehrsbahnhof (kein Nahverkehr). Buchbar ist das Angebot bis zu einem Tag vor Reiseantritt.

Zum großen Fahrplanwechsel kommt sogar noch mehr Bewegung in die Welt der Sparpreise. So lassen sich Sparpreise noch kurz vor Reiseantritt erwerben. Wer sich also sicher ist, kann zusätzlich ein bisschen sparen, selbst wenn er spontan fährt.

Bei diesen Sparpreisen gucken Bahncard 50-Kunden in die Röhre. Im August und September testete man bei der Bahn den Sparpreis mit Bahncard 50, der Kunden erstmals ermöglichte, auch Sparpreise rabattiert zu kaufen. Aktuell geht das leider nicht. Ich bin gespannt, ob man gedenkt, das dauerhaft einzuführen. Warum kann eine Bahncard 50 weniger als eine Bahncard 25, obwohl sie das fünffache kostet?

Seit Sommer werden zusätzlich noch 15€-Toffifee-Gutscheine an alle Leute verstreut, die diese Süßigkeit lieben. Leider hat dieser einen Mindestbestellwert von 59€. Falls es also keine günstigen Sparpreise mehr gibt und man zu 59€ (Hin- und Rückfahrt ist möglich) buchen muss, so kann man 15€ sparen – so ziemlich das einzige, was Bestandskunden, die zum Normalpreis reisen einlösen können.

Die Fest-Preis-Gala

festpreis

Besonders viel Aufruhr verursachte die Bahn diese Woche mit einer geplanten Gustcheinaktion für bahn.bonus-Kunden. Für 49€ und 89€ in der 1. Klasse Hin- und Zurück durch ganz Deutschland, einmalig, kontingentiert und nicht rabattierbar. Was sich allerdings auf dem Portal der Deutschen Bahn abzeichnete waren tausende von Kunden, die sehnsüchtig auf Ihre Gutscheine warteten oder sich beschwerten, dass die Buchung mit diesem Gutschein zu kompliziert ist. So erschien der Preis für Hin- und Zurück erst nach Auswahl der Rückfahrt und die Hälfte der Kontingente war gefühlt zu schnell vergriffen.

Partnerwahl

Wie schon gesagt, kann ich gar nicht alle Gutscheine einlösen, weil der eine noch billiger ist als der andere. Wir stehen vor einem Optimierungsproblem (wie immer) beim Bahnfahren. Wer sich vorher informiert und im Bonusprogramm angemeldet ist und nachrechnet ist gut beraten. Oder einen Zugguru wie mich fragen. Beispielsweise habe ich noch einen Mitfahrer-Gutschein seit ca. einem Monat im Postfach, der nur mit dem Normalpreis (und BC50) kombinierbar ist. Leider kann ich ihn aufgrund der Gutscheinflut nicht nutzen.

Zukunftsmusik

Es lässt sich insgesamt erkennen: Die Bahn tut etwas für ihren Ruf. Bahnfahren ist so billig wie nie – wenn man Glück hat. Am 13.12. zum großen Fahrplanwechsel wird die neue Schnellfahrstrecke Leipzig/Halle-Erfurt freigegeben und die Fahrpreise im Fernverkehr bleiben stabil – nur auf der Schnellfahrstrecke wird der Preis angepasst. Dafür sehen wir uns fast überall einer Preiserhöhung im ÖPNV ausgesetzt. Zukünftig fällt auch der Aufpreis für den ICE-Sprinter weg, genauso wie der Reservierungszwang.

Derweil bescheinigt die Stiftung Warentest, dass der Internetzugang im Zug zu schlecht ist. Überraschung! Der Internetzugang im ICE stammt noch aus C-Band-Zeiten. Damals war telefonieren im ICE wichtiger als alles andere. Viel zu spät investiert man nun in die Internetinfrastruktur. Seit circa einem Jahr ist der Internetzugang im ICE kostenlos. Das soll auch schon ab Ende 2016 für die 2. Klasse möglich sein. Bis dahin gibt es ein ICE-Portal für die 2. Klasse, in dem sich aktuelle Informationen über den Zuglauf, Echtzeitinformationen und bald auch Unterhaltungsprogramme abrufen lassen.

Es bewegt sich was bei der Bahn, auch beim Preis. Wir dürfen gespannt sein, was in naher Zukunft auf uns an weiteren Aktionen zukommt. Ich werde natürlich auch weiterhin darüber berichten.

Wem der Artikel gefällt, der darf mir gerne die bahn.bonus-Punkte seiner nächsten Fahrt zukommen lassen: 7081 4111 1421 2570. Besten Dank und bis bald!

 

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